Digitalisierung in der Immobilienbranche: Chancen und Trends

Für die Immobilienbranche spielt der Online-Bereich eine immer größere Rolle. Potentielle Kunden, ob B2B oder B2C, bewegen sich offen und neugierig im Internet und treten mit einer enormen Erwartungshaltung an Unternehmen heran. Nach dem lange anhaltenden Hype um die sozialen Netzwerke kehrt bei vielen Playern inzwischen Ernüchterung ein, weil der gewünschte Erfolg ausbleibt. Wie also können Wohnungsunternehmen, Projektentwickler und Immobilienverwalter ihre Marke auf eine Weise positionieren, die Kunden auch nachhaltig anspricht?

 

Wie lassen sich die eigenen Stärken authentisch im Web 2.0 umsetzen und wo liegen die Grenzen? Diese und weitere Fragen werden von der Immobilienbranche derzeit heftig diskutiert und sind Schwerpunkte zahlreicher Veranstaltungen. Auch der Jahreskongress Real Estate Digital von Heuer Dialog, eine der wichtigsten Fachveranstaltungen zu diesem Thema, beschäftigte sich 2014 mit den neuen Möglichkeiten und Trends der digitalen Welten. Vor rund 150 Teilnehmern konnte auch FuP-Berater Christopher Martin das abwechslungsreiche Programm mit seinem Vortrag zu Storytelling und intelligenten Vermarktungsstrategien bereichern.

Die Lizenz zum Träumen
Gute Internetseiten müssen heute selbstverständlich ansprechend gestaltet und technisch einwandfrei umgesetzt sein, um gegen die Konkurrenz zu bestehen. Auch die mobile Optimierung in Form des responsiven Designs, die die Seiten auf allen Endgeräten gleich gut verfügbar macht, gehört mittlerweile zum Standard. Dies allein genügt jedoch längst nicht mehr: Um Nutzer nachhaltig an das eigene Produkt, die Marke oder die Unternehmensphilosophie zu binden, müssen Stimmungen erzeugt und Emotionen geweckt werden. Das gilt in ganz besonderem Maße für die Immobilienbranche: Gefühle sind die Grundlage des digitalen Schaufensters. Investoren, Wohnungskäufer oder Mieter wollen Träumen. Sie möchten sich das Leben in der künftigen Immobilie und dem Stadtviertel bildlich vorstellen und erleben. Erst ein gelungenes und ganzheitliches Storytelling, also eine gute Geschichte, die alle Kommunikations- und Marketinginstrumente verbindet, machen eine Marke lebendig. Eine stimmungsvolle „Story“, die zur Marke passt, kann auch zur Nutzerführung im Internet und den sozialen Netzwerken verwendet werden. Sie vermittelt das gewünschte Lebensgefühl und ebnet den Weg zur erfolgreichen Vermarktung.

Offene und transparente Kommunikation
Ebenfalls wichtig für eine langfristig erfolgreiche Vermarktungsstrategie: eine transparente Projektkommunikation. Viele Bauprojekte stehen heutzutage weit stärker im Fokus der Öffentlichkeit als noch vor wenigen Jahren. Bauliche Verzögerungen werden von den Medien oft kritisch aufgegriffen. Bürger sind mit architektonischen Entwürfen nicht einverstanden oder wollen Einschränkungen während der Bauzeit nicht hinnehmen. Um den sogenannten NIMBYs vorzubeugen, also Bürgern und Anwohnern, die beispielsweise betonen – „Nachverdichtung, sehr gerne, aber nicht bei mir!“ (NIMBY = Not In My Backyard), ist es wichtig, von Anfang an alle relevanten Player aktiv einzubeziehen. Dies reicht von der  Politik, der Öffentlichkeit und den Medien über die Bauaufsicht, die Investoren und Architekten bis hin zu Käufern und Mietern. Gesteuerte Beteiligungsprozesse, eine intensive Pressearbeit und die gelungene digitale Kommunikation stellen heute die wichtigsten Bestandteile für den Projekterfolg dar.

Smart Homes, iBeacons und Co.
Wie rasant die technische Entwicklung auch in der Immobilienbranche voranschreitet, zeigten die Referenten anhand verschiedener Praxisbeispiele. So wird vor allem die iBeacon-Technologie die Kundenkommunikation im Bereich des Einzelhandels und der Shoppingcenter stark beeinflussen. Die Möglichkeit, Kunden beim Gang durch ein Center mittels Push-Benachrichtigungen auf dem Smartphone aktiv zu begleiten, bietet zahlreiche Chancen. Auch der Aspekt des Storytellings kann hier verwendet werden, um Kunden „an die Hand zu nehmen“, sei es beim Besuch der Website oder beim Schaufensterbummel in Echtzeit, in einem Center ihrer Wahl.
Die sogenannten Smart Homes entwickeln sich ebenfalls stetig weiter. Das vernetzte Zuhause, das sich mittels Smartphone von unterwegs aus steuern und überwachen lässt, erhält immer größere Alltagstauglichkeit.
Dass selbst das Smartphone als zentrales Bedienelement in naher Zukunft ausgedient haben könnte, zeigen die Entwicklungen an situativen Assistenzsystemen wie „Google Glass“, einer Brille, die dem Träger Informationen zu seiner Umgebung anzeigt und sich gleichfalls zum Telefonieren und Surfen im Internet nutzen lässt.

Um bei der Vielzahl technischer Neuentwicklungen und einem sich verändernden Nutzerverhalten den Überblick zu bewahren, ist heute mehr denn je eine klare Marketing- und Kommunikationsstrategie entscheidend, die die vorhandenen Instrumente sinnvoll gliedert. Angereichert mit einer passenden „Story“, können so Käufer wie Investoren gleichermaßen überzeugt werden.

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