Neue Folge der FuP Immo-Novela

Teil VIII: Freitags gibt’s Eintopf

Wie versteckt man ein Problem? Nicht ansprechen? Vertuschen? Abstreiten? Bei meinen Seminaren über Krisen-PR überrasche ich die Teilnehmer immer mit den sieben Stufen der Krisenbewältigung: Leugnen, Umdeuten, Beteiligung bestreiten, rechtfertigen, negative Absichten abstreiten, Bedeutung relativieren, Eingeständnis. Faktisch folgt dann meist ein Rücktritt mit dem Hinweis, man wolle Schaden von seiner Partei oder seinem Unternehmen abwenden. Klare Kante geht anders und natürlich sind diese sieben Stufen auch nicht ernst gemeint, sondern häufig die traurige Wirklichkeit.

Offenheit und Transparenz nach außen sind wichtig, man sollte sie aber nicht übertreiben. Was hätte es genutzt, wenn Dr. Füßlein auf dem Höhepunkt der Krise öffentlich erklärt hätte, er stehe finanziell mit dem Rücken zur Wand und ihm gehe das Geld aus? Das Projekt wäre mit Sicherheit gescheitert. Wer investiert schon in ein Pleite-Projekt. So haben wir gesagt, die Lage ist schwierig, aber nicht hoffnungslos und wir packen es an.

Nach demselben Muster kommunizierten wir die Bauverzögerungen. Rund sechs Wochen vor dem geplanten Eröffnungstermin luden wir die Journalisten jeden Freitagmittag zum Eintopfessen auf die Baustelle ein. Da balancierten sie über wackelige Holzplatten und an fleißig werkelnden Handwerkern vorbei und von diesem Augenblick an war es vorbei mit dem überraschten Blick über den Bauzaun und einer Berichterstattung nach dem Motto: „Skandal! Bald ist Eröffnung und nichts ist fertig“. Das Außergewöhnliche wurde zur Normalität.

Bei dieser Gelegenheit stießen die Journalisten übrigens von ganz alleine auf jede Menge netter, menschelnder Themen über diesen Handwerksspezialisten oder jenen interessanten Ladenmieter, bis hin zum „Baustellen-Endspurt unter Volldampf“. So flankierte uns eine abwechslungsreiche und sympathische Berichterstattung, während wir Blut und Wasser schwitzten, ob denn auch alles rechtzeitig fertig wird. Was schließen wir daraus: nichts ist so unspektakulär, wie das, was man jeden Tag sieht.

Nun wollten wir die Eröffnung aber gerne auch in überregionalen Medien unterbringen. Haben Sie eine Idee, wie das gehen könnte? Gerne diskutiere ich mit Ihnen über Ihre Anregungen. Wie es im konkreten Fall der Galerie Roter Turm weitergegangen ist, lesen Sie in den kommenden Wochen hier in unserer Immo-Novela.

Also bleiben Sie dran und schauen Sie wieder rein, Ihr

Detlef Hans Franke

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