Siebter Teil der FuP Immo-Novela

Teil VII: Wer wagt, gewinnt

Wenige Wochen nach der Expo-Real, die im Oktober stattfand, überraschte mich Dr. Füßlein mit der erfreulichen Nachricht, dass er für die Finanzierungslücke bis zur Fertigstellung des Projektes einen neuen Geldgeber gefunden hatte. Es war eine Bank oder ein Bankenkonsortium aus Frankfurt. Die gemeinsame Arbeit der vergangenen Monate hatte sich also gelohnt. Eine Erfolgsmeldung, die wir umgehend auch über die regionalen Medien verbreitet haben, was zur Ruhe an dieser Front führte.

Die Finanzierung des Projektes war damit zwar bis zur Fertigstellung gesichert, beruhigt zurücklehnen konnten wir uns aber dennoch nicht. Noch immer war kein Käufer für das Projekt gefunden und bis zur Eröffnung konnte noch viel passieren. Das weiß man nicht erst seit dem Debakel um Stuttgart 21 oder dem Berliner Flughafen. Zugegeben, dies sind Projekte einer anderen Größenordnung, aber auch 160 Millionen D-Mark möchte man nicht gerne in den Sand setzen.

Die Krise war also für den Augenblick bewältigt. Für uns standen damit wieder die regionalen Medien im Vordergrund, aber auch so schöne Dinge wie die Entwicklung einer Marketing-Kampagne zur Eröffnung der Galerie. Wir hatten uns alle über Weihnachten erholt und im April 2000 sollte die Eröffnung stattfinden. Jetzt rührten sich auch die Anzeigenabteilungen der örtlichen Zeitungen. Jeder wollte mit ein paar Anzeigen bedacht sein, vor allem natürlich das Flaggschiff der Region, die „Freie Presse“. Mit ihr vereinbarten wir eine umfangreiche, anzeigenfinanzierte Sonderbeilage, um deren redaktionellen Inhalt ich mich gemeinsam mit dem damaligen Lokalchef des Blattes kümmerte. Unter anderem entwickelten wir ein Gewinnspiel, bei dem man den Haupteingang des Einkaufszentrum, der ein bisschen wie ein Burgtor aussieht, ausschneiden, auf eine Postkarte aufkleben und an uns schicken musste. Wir bekamen die Postkarten säckeweise.

Zwei Monate vor der Eröffnung drohte erneut Ungemach. Bei Brandschutzbegehungen stellte sich heraus, dass an etlichen Stellen nachgebessert werden musste. Außerdem kamen die Ladenbauer nicht an den Start, weil die Bodenbeläge auf den Gängen nicht fertig waren. Der Eröffnungstermin am 27. April 2000 geriet bedenklich ins Wanken. Besonders unangenehm war die täglich vorhandene Gefahr, dass ein verärgerter Mieter, Kontrolleur, Dienstleister oder Bauarbeiter mit Absicht oder aus Versehen gegenüber einem Journalisten unser Debakel ausplauderte.

Wie wären Sie mit dieser Lage umgegangen? Gerne diskutiere ich mit Ihnen über Ihre Ideen und Anregungen. Wie es im konkreten Fall der Galerie Roter Turm weitergegangen ist, lesen Sie in den kommenden Wochen hier in unserer Immo-Novela.

Also bleiben Sie dran und schauen Sie wieder rein, Ihr

Detlef Hans Franke

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