Wie ein kriselndes Immobilienprojekt durch Medienarbeit wieder flott gemacht wurde

Teil I: Wenn internationale Konzerne den Schwanz einziehen

Das Projekt liegt schon ein paar Jahre zurück, ist aber ein bis heute gültiges Modellbeispiel dafür, wie die wackelnde Finanzierung eines Shoppingcenters durch Pressearbeit stabilisiert wurde.

Zehn Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung wollte die Stadt Chemnitz ihren Stadtkern bebauen. Bis auf das historische Rathaus hatte dort kein Bauwerk die Alliierten Bombardements des Zweiten Weltkriegs überstanden. Lediglich am Rand des Areals waren seit 1945 nur einige Plattenbauten und ein Karl-Marx-Denkmal zur Erinnerung an dessen Geburt in der Stadt errichtet worden. Um das Rathaus herum war der Platz leer, die City insgesamt tot. Mehrere Shoppingcenter hatten sich außerhalb der Stadt angesiedelt, städtebaulicher Geniestreich, einer zum damaligen Zeitpunkt offenkundig überforderten Stadtverwaltung. Im Stadtzentrum tat sich naturgemäß nichts.

Ab dem Jahr 2000 gaben sich dennoch Internationale Investoren und Projektentwickler beim Chemnitzer Oberbürgermeister die Klinke in die Hand. Sie wollten die Innenstadt mit einem gigantischen Bauprojekt auf einen Schlag wiederbeleben. Die lokalen Medien schwärmten bereits von den bevorstehenden Milliardeninvestitionen. Doch daraus wurde nichts. Nach und nach verabschiedeten sich die Investoren. Sie hatten die Konkurrenz vor den Toren der Stadt bemerkt und sich den wirtschaftlichen Niedergang der einst blühenden Industriestadt genauer angesehen. Angesichts der massenhaften Abwanderung junger, gut ausgebildeter Menschen entschieden sie sich offenbar, ihr Geld dort anzulegen, wo die Risiken geringer und die zu erwartenden Renditen höher waren.

Zum Kreis der Projektentwickler gehörte auch das damals noch junge Unternehmen Sachsenbau Chemnitz. Dessen geschäftsführender Gesellschafter, Dr. Dieter Füßlein, war kein Mensch, der schnell aufgibt, wenn es eng wird. Er bot der Rathausführung an, das von ihm geplante Projekt eines Shoppingcenters trotzdem anzupacken. Gesamtkostenrahmen: 160 Millionen D-Mark. Allerdings fehlte ein Investor und die Banken gaben sich zugeknöpft. Ein Umstand, der uns in den vergangenen Krisenjahren wieder begegnet ist. Die Lösung des Problems war mutig, riskant und ungewöhnlich. Projektentwickler und Stadt gingen eine Partnerschaft ein. Die Stadt sorgte für die Anschubfinanzierung, der Projektentwickler begann mit dem Bau, suchte die künftigen Ladenbetreiber und sollte rechtzeitig vor der Fertigstellung einen Käufer des Shoppingcenters finden. Ein Käufer war aber nicht in Sicht, als das Gebäude zu zwei Dritteln fertiggestellt und zu 80 Prozent vermietet war. Damit wackelte die Finanzierung der restlichen Bauarbeiten bedenklich und der schöne Konsumtempel drohte zur Investitionsruine zu werden. Für die Entwicklung der Stadt wäre das ein herber Rückschlag gewesen.

Was kann in einem solchen Krisenfall Pressearbeit bewirken? Machen Sie mir Vorschläge, wie Sie als Pressesprecher oder Medienberater mit dieser Lage umgegangen wären. Gerne diskutiere ich mit Ihnen über Ihre Ideen und Anregungen. Wie es im konkreten Fall der Galerie Roter Turm weitergegangen ist, das lesen Sie in den kommenden Wochen hier in unserer Immo-Novela.

Also bleiben Sie dran und schauen Sie wieder rein, Ihr
Detlef Hans Franke

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