Wohnungspolitik im Super-Wahljahr 2013

Wohnungsmarktstudie

Die Wohnungspolitik ist das erklärte Wahlkampfthema im Super-Wahljahr 2013. Nicht nur die Sozialdemokraten um ihren Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück haben sich den Kampf um bezahlbaren Wohnraum auf die Fahnen geschrieben. Auch schwarz-gelb diskutiert immer stärker, wem welcher Preis für wie viel Quadratmeter Wohnung abverlangt werden darf. Die Herausforderungen sind gewaltig, egal, wer am Ende als Sieger aus den Wahlen hervorgehen wird.

Was knapper Wohnraum und eine angespannte Marktlage gerade für Niedrigverdiener bedeuten kann, zeigt eine aktuelle Studie des Verbandes der südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, die dieser beim Darmstädter Institut für Wohnen und Umwelt (IWU) in Auftrag gegeben hatte. Ergebnis: Vor allem in den Ballungsgebieten im südhessischen Raum wird der angespannte Markt zum Problem. Dort waren zuletzt die Wohnungsangebote zur Neuvermietung um 15 Prozent zurückgegangen. Menschen, die auf kommunale Unterstützung bei den Kosten der Unterkunft angewiesen sind, können ohnehin nur auf einen Teil der verfügbaren Wohnungen zugreifen. Überschreitet der Preis die festgelegte Grenze, ist keine Förderung möglich. Wie die Studie des IWU ergab, sorgt die angespannte Marktlage im Moment für eine besonders starke „Abwärtsspirale“, ablesbar am Pro-Kopf-Wohnungskonsum, der deutlich spürbar zurückgegangen ist.

In Mittelhessen ist die Lage insgesamt zwar entspannter, in den Universitätsstädten Gießen und Marburg aber treten gerade Studenten bei der Wohnungssuche in Konkurrenz mit den Niedrigverdienern, was die Wohnungssuche für sie noch einmal erschwert. Waren es 2011 noch acht Prozent, hatten Menschen mit geringem Einkommen 2012 lediglich noch Zugang zu sechs Prozent der insgesamt verfügbaren Wohnungen.

Für ganz Hessen gilt außerdem: Ist Wohnraum knapp, bleiben Menschen mit geringem Einkommen viel eher in den eigenen vier Wänden wohnen, selbst wenn diese ihrem Bedarf längst nicht mehr entsprechen. Dies verschärft die Wohnungsknappheit zusätzlich, weil dadurch auch keine anderen Wohnungen dieses Segments frei werden. Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Fraktionen auf die angespannte Lage reagieren werden. Und wie viel davon letztlich bei denjenigen ankommt, die es am stärksten betrifft.

Wer sich für die aktuelle Studie zur Wohnungsmarktsituation interessiert, findet Informationen dazu auf der Homepage des VdW südwest.

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