Zehnte Folge der FuP Immo-Novela

Teil X: Eröffnung mit Genscher

Noch in der Nacht zum 26. April 2000 gaben sich Brandschutzexperten, Bauleiter, Architekten und Rechtsanwälte im Büro der Sachsenbau die Klinke in die Hand. Natürlich waren die Bauarbeiten nicht abgeschlossen und die Brandschützer wollten das Gebäude einfach nicht freigeben. Um jedes Detail wurde gerungen. Die Medien ließen uns in Ruhe. Wir hatten ja mit unseren freitäglichen Eintopf-Treffen auf der Baustelle vorgesorgt. Und außerdem galt auch jetzt wieder: wir haben keine Probleme, allenfalls ringen wir um eine Lösung. Die wurde schließlich gefunden. Die Brandschützer erklärten sich bereit, die Galerie für die Eröffnung zeitlich befristet freizugeben. Die Eröffnung war gerettet.

Bereits einen Tag zuvor war der „Top-Act“ der Veranstaltung, der frühere Außenminister Hans-Dietrich Genscher, angereist und hatte sich ins Goldene Buch der Stadt Chemnitz eingetragen. Genscher sollte gemeinsam mit dem damaligen Oberbürgermeister und Projektentwickler Füßlein morgens zur Eröffnung das rote Band vor der Türe der Galerie durchschneiden. Die Idee, Genscher einzuladen stammte von Dr. Füßlein, der den in Halle geborenen Genscher außerordentlich schätzte.

Ebenfalls einen Tag vor der Eröffnung des Einkaufszentrums hatte die Stadtverwaltung im Rahmen einer Pressekonferenz das Chemnitz-Buch präsentiert. Der Oberbürgermeister war ganz aus dem Häuschen, weil der Saal wegen der Masse der Journalisten förmlich aus den Nähten platzte. Der Grund war unsere Pressereise, zu der rund ein Dutzend Journalisten aus ganz Deutschland angereist waren, auf deren Terminplan die Buchpräsentation ebenso stand, wie am nächsten Tag die Eröffnung der Galerie Roter Turm. Bei der Eröffnung stürmten mehr als 100.000 Menschen den Einkaufstempel. „Riesen Ansturm auf die Galerie“ titelte die Freie Presse am nächsten Tag. Die Eröffnungsparty dauerte fünf Tage lang.

Ende gut, alles gut. Die Galerie fand übrigens noch vor der Eröffnung einen Käufer. Ein Münchner Fonds übernahm das Gebäude in sein Portfolio. Und Dr. Dieter Füßlein widmete sich neuen Projekten. Zum Beispiel kandidierte er für die FDP als Oberbürgermeister von Chemnitz. Als das nicht klappte, widmete er sich wieder dem, womit er mehr Erfolg hatte und bis heute hat. Er baut. Wir hatten übrigens noch einmal mit Dr. Füßlein und der Sachsenbau zu tun. Worum es dabei ging, erzähle ich Ihnen später. Ach ja, es gibt noch eine interessante Geschichte im Zusammenhang mit dem Chemnitzer Innenstadt-Projekt. Die Geschichte, wie es Dr. Füßlein gelang, den Star-Architekten Helmut Jahn von Chicago nach Chemnitz zu holen, lesen Sie in den kommenden Wochen hier in unserem Immo-Blog.

Also bleiben Sie dran und schauen Sie wieder rein, Ihr

Detlef Hans Franke

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