Die FuP Immo-Novela geht in die fünfte Runde

Teil V: It‘s Showtime Baby

Hatten die Ostdeutschen in den Jahren nach der Wende unbesehen gekauft, was das Zeug hielt, so waren sie zehn Jahre später mit Konsumgütern weitgehend versorgt. Man musste die Konsumenten also, wie anderswo auch, in Stimmung bringen. Erschwerend kam hinzu, dass die Galerie Roter Turm nicht das einzige Einkaufszentrum der Stadt war. Gleich vier riesige Einkaufstempel standen bereits seit einigen Jahren vor der Stadt und lockten mit kostenlosen Parkplätzen und Schnäppchenpreisen.

Dr. Füßlein nahm die Konkurrenz zwar zur Kenntnis, ließ sich davon aber nur wenig beeindrucken. So hatte er bereits ein halbes Jahr bevor das Projekt finanziell in Schieflage geraten war mit einem Mega-Event für Aufsehen und Neugier in der Bevölkerung gesorgt. Ich will es noch ein bisschen spannend machen. Was fällt Ihnen zu einer Baugrube ein?

In Chemnitz fällt den Bürgern bis heute beim Thema Baugrube das „Conti-Loch“ ein. Das ist ein vor 18 Jahren gleichsam in den Schuhen gestorbenes Bauprojekt, das derzeit wieder eine Chance auf Bebauung hat. Dr. Dieter Füßlein kam auf eine ganz andere Idee. Am 1. September 1998 lud er die Chemnitzer zum Besuch der 11.400 Quadratmeter großen Baugrube der Galerie Roter Turm ein und 100.000 Menschen kamen innerhalb von 24 Stunden. Dies sichert dem Projekt bis heute einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde und damals reichlich Sympathien in der Bevölkerung.

An diese Sympathien wollten wir ein Jahr später, im September 1999 beim Richtfest, wieder anknüpfen. Diesmal war das Programm weniger spektakulär, immerhin konnten wir aber mehr vorweisen, als ein Loch: einen Rohbau! Also gab es traditionsgemäß und zünftig Freibier und Würstchen, das 1. Jugendblasorchester musizierte und als besonderen Gag durften einige Bürger ihre Initialen in Terrakotta-Backsteine gravieren, die danach gebrannt und in die von dem Architekten Hans Kollhoff entworfene Fassade eingefügt wurden und dort heute noch zu sehen sind.

Was meinen Sie, wie viele Menschen gekommen sind? Es waren rund 180.000. Wir hatten damit nicht nur den Baugruben-Event getoppt, der große Zuspruch war auch ein wichtiges Signal an Investoren und Mieter, dass dieses Projekt eine Zukunft hat. Wie es im konkreten Fall der Galerie Roter Turm weitergegangen ist, das lesen Sie in den kommenden Wochen hier in unserer Immo-Novela.

Also bleiben Sie dran und schauen Sie wieder rein, Ihr

Detlef Hans Franke

 

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