Die FuP Immo-Novela geht weiter…

Teil II: Alte Kontakte und lokale Interessen

Es war im Mai 1999, als ich Dr. Füßlein in seinem Chemnitzer Büro erstmals gegenüber saß. Ein Macher, der die Dinge beim Namen nennt, wie ich rasch feststellte. Wir waren uns auf den ersten Blick sympathisch und damit hatten wir den Auftrag. Dessen Zielsetzung war klar. Wir sollten das Shoppingcenter-Projekt so schnell wie möglich aus den negativen Schlagzeilen holen und damit die Voraussetzungen für frisches Geld schaffen. Zunächst machte ich mich gründlich mit dem Projekt, den handelnden Personen in der Politik, der Nachrichtenlage und den relevanten Medien vertraut. Wie immer in Krisen wittern politische Gegner Oberwasser und schießen sich die Medien auf das Krisenthema ein. Das fand bereits seit Wochen in der Presse seinen Niederschlag.

Bei den Medien waren die Freie Presse, BILD, die Sächsische Zeitung und ein damals noch existierender Ableger des EXPRESS aus Köln relevant, Radio und Fernsehen dagegen erst in zweiter Linie. Die elektronischen Medien steigen meist erst ein, wenn Krisen sich aktuell hochschaukeln, also konnte ich diese Medien im ersten Schritt außer Acht lassen. Meine Redaktionsbesuche bei den Zeitungen erwiesen sich als überaus sinnvoll und nützlich.

Die Freie Presse war nicht an einer ausufernden Krisenberichterstattung interessiert. Als regionales Blatt war die Zeitung bei aller journalistischen Unabhängigkeit sehr am Gelingen des Projektes Galerie Roter Turm interessiert und zeigte dafür Sympathie. Dies galt naturgemäß besonders für die Anzeigenabteilung. Bei BILD machte man mir klar, dass die Reporter das Thema zwar im Auge hätten, jedoch ausgewogen berichten würden, wenn ich mit Informationen nicht hinter dem Berg hielte. Das konnte ich problemlos zusichern, denn dafür hatten wir von unserem Auftraggeber freie Hand. Und schließlich wollte ich die Chemnitzer Medien nicht verprellen. Bei der zweiten Boulevard-Zeitung, dem EXPRESS, stellte sich heraus, dass der Lokalchef ein alter Bekannter war, den ich in meiner Zeit als Ostdeutschland-Korrespondent eines großen Norddeutschen Radiosenders einige Jahre zuvor kennen gelernt hatte. Es hätte für mich schlechter kommen können.

Die Frage war nun, welche Themen biete ich den Medien neben dem alltäglichen Kleinkram über Baufortschritte und Ähnlichem an? Und reicht es eigentlich, lediglich die lokalen Medien zu bedienen? Natürlich nicht. Krisen-PR kann schlechte Nachrichten ohnehin nicht unterdrücken, selbst wenn man ein gutes Verhältnis zu den Journalisten hat. Man muss die Arbeitsweise der Medien kennen, dann weiß man auch, dass man gute Themen und originelle Stories liefern muss, um Aufmerksamkeit zu erregen. Auch wenn dies heute bei einschlägigen Kongressen gerne zum geheimnisvollen „Storytelling“ und „Agenda Setting“ verklärt wird, ist es doch nichts weiter, als das Grundprinzip des guten Journalismus: liefere mir ein spannendes Thema und ich schreibe darüber.

Was glauben Sie, welche „Stories“ ich erzählt habe? Welche hätten Sie erzählt? Gerne diskutiere ich mit Ihnen über Ihre Ideen und Anregungen. Wie es im konkreten Fall der Galerie Roter Turm weitergegangen ist, das lesen Sie in den kommenden Wochen hier in unserer Immo-Novela.

Also bleiben Sie dran und schauen Sie wieder rein, Ihr

Detlef Hans Franke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.